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Clogging - Wasndas?
Die meisten Menschen kennen Shows wie "Riverdance" oder "Tap Dogs".
Clogging fällt auch in diese Kategorie, auch wenn die Ursprünge anderswo liegen: Aus der
Zeit, als sich die ersten Pioniere aus der alten Welt im Appalachengebiet in den USA
ansiedelten, vermischten sich ihre verschiedenen Tänze mit der Zeit zum "Clog -
Dance". Im Laufe der Zeit wurde daraus mit dem Modern Clogging ein Stepptanz, die zu
jeder Musikrichtung getanzt wird, zum Beispiel Rock, Techno, Pop, Country und Oldies.
Dabei werden aber andere Schrittkombinationen als beim Stepptanz benutzt, auch die Schuhe
unterscheiden sich durch spezielle Eisen (Taps). Zur Musik werden verschiedene
Choreographien getanzt, die vom Clogging Instructor jeweils angesagt werden. Bei
Auftritten entfällt diese Ansage i.d.R.
Clogging macht Spaß und bringt Kondition auf tänzerische Art und Weise. Es kann nahezu
von jedem erlernt werden. Wer an weiteren historischen Details interessiert ist, für den
ist im folgenden eine umfangreichere Abhandlung abgelegt:
C L O G G I N G
von Monika Zöller
Was ist CLOGGING? Eine auf historische Entwicklung zurückgehende Volkstanzart, deren
Besonderheit die zusätzlichen Stepptanzschritte sind. Zur rhythmischen Betonung dieser
Schritte werden Schuhe getragen, die vorne und hinten mit Eisen (Taps) beschlagen sind.
Ursprünglich wurde CLOGGING mit Holzschuhen (Clogs, daher der Name) oder barfuß getanzt
und war in dieser Form ein Tanz der einfachen Leute. So oder ähnlich könnte CLOGGING in
Kurzform beschrieben werden.
Tatsächlich aber ist und hat es eine viel längere Geschichte.
Ein echter Volkstanz oder ein Volkslied sind Dinge, die von Generation zu Generation,
von Mensch zu Mensch durch Worte oder Vorführungen weitergegeben werden, ohne jemals in
schriftliche Form gebracht worden zu sein. Der bloße Name CLOGGING stellt einen
Anhaltspunkt für den Ursprung dieses Tanzes dar. Ein CLOG ist ein Holzschuh, was darauf
hinweist, daß der ursprüngliche Tanz mit Holzschuhen getanzt wurde. In den ersten Jahren
des achtzehnten Jahrhunderts siedelten sich Pioniere aus England, Deutschland, Holland und
Irland in den Appalachiangebieten der USA an. Von der Außenwelt ziemlich abgeschlossen,
lebten sie in ihrer gewählten Isolation und wurden von der fortschreitenden Zivilisation
nur wenig berührt. Das Resultat davon war, fehlender Kontakt zu anderen Menschen. Dadurch
blieb der Einfluß fremder Sprachen und Gewohnheiten auf ein Minimum beschränkt. Sie
wurden zu Eingeborenen des frühen Amerika. Ihre Lieder und ihre Tänze veränderten sich
über viele Jahrzehnte aufgrund des fehlenden Einflusses von außen nicht, und heute
kennen wir diese Tänze unter dem Namen CLOGGING. Der ursprüngliche Name aber war
CLOG-Dance. Geprägt wurde dieser Tanz besonders durch die "Schottischen Hochland
Tänze" und durch den "Irish Jig". Ebenso wurden deutsche, negro und auch
indianische Tanzelemente übernommen und diese Elemente und Tänze verschmolzen im Laufe
der Zeit zum sogenannten "Flatfoot-Dancing". Dieser Vermischungsprozeß ist es
aber auch, der die Geschichte des CLOGGING so schwer zu verstehen macht. Niemand kann mit
absoluter Sicherheit sagen, woher der ursprüngliche Holzschuhtanz kam und wie die
ursprüngliche Form seiner Darbietung war. Clogging stellte eine Brücke zwischen den
verschiedenen Einwanderungskulturen dar.
"Musik vergeht, sofern sie nicht im Gedächtnis festgehalten wird, denn
aufschreiben kann man sie nicht." Dies ist ein Ausspruch des Bischofs von Sevilla,
ein berühmter Gelehrter aus der christlichen Frühzeit. Erst gegen Ende des Mittelalters
war es möglich, Musik schriftlich niederzulegen und dies verhalf dem Tanz zu einer
Entwicklung ohne Gleichen. Musik ist eine Zeitkunst, im Gegensatz zur Bildhauerei, welches
eine Raumkunst ist. Und der Tanz, ja Tanz ist Körperkunst und von allen diesen Künsten
am leichtesten zu erlernen. Warum? Tanz ist eines der ursprünglichsten Ausdrucksmittel
des Menschen, denn er kann damit seelischgeistige Vorgänge durch Bewegung darstellen.
Seit frühester Menschheit wurden viele Lebensgeschehnisse tänzerisch festgehalten. Die
vielfältigen Tanzformen haben die unterschiedlichsten Bedeutungen, die ausgeprägteste
ist wohl die religiöse Form als Hingabe an Mythen. Die wichtigste Form aber war und ist
der Gemeinschaftstanz und er brachte, schon zur damaligen Zeit, übersprühende
Lebensfreude zum Ausbruch. CLOGGING war in seinen Anfängen ein Tanz aus Fußstampfen,
Händeklatschen und ohne feste Tanzregeln. Heute aber, nachdem aus Clog-Dance das CLOGGING
geworden ist, erlebt diese Tanzart eine unglaubliche Popularität. Herausgetreten aus der
Isolation vermischt sie sich mit fast jeder modernen Tanzart.
Eine Wiederbelebung erfuhr das Clog-Tanzen durch das große Interesse, das dem
amerikanischen Erbgut in den späten 50zigern und frühen 60zigern entgegengebracht wurde.
In diesen Jahren schufen Folkgruppen, wie das Kingston Trio und Peter, Paul and Mary durch
ihre Musik das Bewußtsein eines großen Erbes. Bei diesem erneuerten Interesse an der
Volksmusik war es nur natürlich, daß der Volkstanz ebenso einen neuen Aufschwung an
Popularität genießen würde. Gäste, die an Folk-Festivals im Appalachian Gebiet
teilnahmen, wurden auf einen Tanz aufmerksam, der in diesem Gebiet vereinzelt noch
heimisch war Clog-Dance und hier nun beginnt die "Neue Geschichte"
des CLOGGING. Eine Wiederbelebung, die bis heute anhält.
Wie kam das?
Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges gab es kaum noch traditionelle Clog-Tänzer.
Einer der wenigen war Bascom Lamar Lunceford. Er wurde 1882 in Mars Hill, North Carolina
geboren und war bekannt als Minstrel of the Appalachians": Er verstarb 1973 und
hinterließ ein großes Repertoire an Geschichten, Liedern und Tänzen. Er war Lehrer,
Musiker, Sänger, Tänzer und ein echter Mountaineer". Er publizierte auch
über einen amerikanischen Volkstanz, der sich überall in den Staaten fest etabliert
hatte Square Dance - .Hier über Square Dance zu schreiben würde den Rahmen
sprengen, und doch sollte die Verbindung von Clogging und Square Dance nicht unerwähnt
bleiben. Die Square-Dance-Stammbaumwurzeln können bis ca. 1450 zurückverfolgt werden und
liegen natürlich auch in Europa. Es finden sich alle europäischen Tanzarten im Square
Dance wieder, nachzulesen in verschiedenen SD-Publikationen. Aufbauend auf dem selben
Hintergrund begann ca. um 1700 die Zeit der Appalachian Big Circle oder Mountain Hoedown
Tanzformationen und es gab damals schon einen Lead-Tänzer der die zu tanzenden Figuren
ansagte. Eine Weiterentwicklung davon waren "The number of four couples sets",
getanzt nach Mandolinen, Banjo und Fiddle Musik, oder einfach nur nach Händeklatschen,
wenn keine Instrumentenmusik vorhanden war. Sehr oft wurden, nach vorheriger Absprache, in
diese Tanzformationen einfache Clogging-Schritte mit eingebaut. So entstand Appalachian
Mountain Style Clogging, eine schöne und schwungvolle Tanzart. Und eben dieser Bascom
Lamar Lunceford war maßgeblich daran beteiligt und es ist ihm unter anderem zu verdanken,
daß Clogging als Mountain Dance überleben konnte und heute in seiner traditionellen Form
von vielen Gruppen gepflegt und erhalten wird.
Gehen wir etwas näher auf die überlieferten, traditionellen Tanzformen ein.
Mountain Dance oder Appalachian Mountain Style Clogging gibt es in
verschiedenen Variationen, am bekanntesten sind Running Sets, Big Sets
(auch Country Hoedown genannt), Smooth und Eight-Couple-Freestyle, um
nur einige zu nennen. Der Running Set erinnert an die französische Quadrille. Vier Paare
stehen in einer Formation, so daß jedes Paar eine Wand im Rücken hat. Das Paar No. 1
startet nach rechts und tanzt mit Paar No. 2 eine angesagte Tanzfigur, tanzt dann weiter
zu Paar No. 3 und zuletzt zu Paar No. 4. Es kehrt zu seiner Ausgangsposition zurück und
alle Paare tanzen als Abschluß dieser Runde einen Twirl in home position. Nun startet
Paar No. 2 nach rechts, tanzt mit Paar No. 3, danach mit Paar No. 4 und zuletzt mit Paar
No. 1, findet zurück zu seiner Ausgangsposition und auch diese Runde wird wieder mit
einem Twirl beendet. Anschließend startet Paar No. 3, tanzt mit allen Paaren, kehrt
zurück und als letztes macht sich Paar No. 4 auf den Weg. Angesagt wurden die jeweiligen
Tanzfiguren von Paar No. 1, was somit als Lead-couples fungierte und den Tanz steuern
konnte. Später entwickelte sich daraus der Ansager, der außerhalb des Sets etwas erhöht
stand, um die tanzenden Paare besser einsehen und führen zu können. Uns heute allen als
Caller bekannt.
Eine Weiterentwicklung und schöne Alternative zum Running Set sind die Big Circle
Mountain Style Formationen. Zwei bis vier Running Sets formieren sich zu einem
großen Kreis, aufgeteilt in Aktive (ODDs) und inaktive (Even) Tänzer. Die
ODDs beginnen nach rechts zu ihrem nächststehenden Even-couple, bilden einen
small-circle und beginnen, wieder nach Ansage, eine Tanzabfolge. Ein Twirl schließt auch
hier ab und die aktiven Paare marschieren weiter zu den nächsten Even-couples. Die
Abfolge kann beliebig lange fortgeführt werden oder aber in einer Londen-Bridge oder
ähnlichem enden. Ebenso kann in der Mitte des Kreises von einzelnen Tänzern freestyle
getanzt werden. Jede Gruppe entscheidet das nach ihren eigenen Vorstellungen. Feste
Abfolgeregeln gibt es nur bei Wettkämpfen. Die Ansagen des Leadtänzers richten sich
meist an die ODDs, aber nicht nur, ebenso können auch die Evens angesprochen
werden.
Beim Eight-Couple-Freestyle sagt uns der Name schon, was getanzt wird. Es
tanzen immer acht Paare und sie werden von einem Leadtänzer durch die Musik geführt.
Verwendet werden fast immer variabel eingesetzte Mountain Style Tanzfiguren. In der
Choreographie wechseln sich Big-Circle mit Smal-Circle und Running Set ab. Im Zwischenteil
findet sich fast immer ein Right-And-Left-Grand und es gibt meistens einen
festeingeplanten Ein- und Ausmarsch. Eight-Couple Tänze sind in der Regel zu einer festen
Choreographie geformt und das Freestyle bedeutet nur, daß jeder Tänzer in seiner
Schrittabfolge frei ist.
Smooth ist eine schöne Variante des Eight-Couple-Dancing. Auch hier ist die
Choreographie fast immer festgeschrieben und der Unterschied zum Freestyle liegt darin,
daß die Fußsohlen den Boden nicht verlassen dürfen. Im Takt der Musik werden die
Tanzfolgen regelrecht schrittweise abgeschlurft. Mountain Style, in welcher Form auch
immer, bietet in seiner Vielfalt unglaubliche Möglichkeiten für den Gemeinschaftstanz
an. Freude an der Musik, Spaß am Tanzen und das Zusammensein in der Gruppe sind der
Grundstock dafür.
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